Zunächst einmal wollte ich mich für die vielen Rückmeldungen nach meinem letzten Eintrag vor ein paar Tagen bedanken. Deswegen wollte ich Euch auch nicht zu lange auf ein Update warten lassen.
Denn seit dem vergangenen Freitagnachmittag sind wir wieder zurück in unsere Wohnung. Am Morgen erhielt ich eine Mail von der Immobilienverwaltung, dass die Arbeiten beendet seien und die Laborwerte ebenfalls positiv waren.
Ich packte dann in Windeseile meine sieben Sachen im Hotel zusammen und fuhr schnurstracks nach Meckenheim. Schnell packte ich meine Koffer aus und holte dann gegen 16 Uhr Agneska vom Flughafen in Köln ab. Sie war ja noch eine Woche länger in Ungarn geblieben und durfte somit bei Ihrer Rückkehr direkt nach Hause. Während ich also genau 7 Wochen ausquartiert wurde, verbrachte Agneska nur 10 Tage im Hotel, zumal sie die meiste Zeit schon vorher im Ausland verbracht hatte.
Ich kann gar nicht genau beschreiben, wie schön das Gefühl war, wieder in seinen eigenen vier Wänden zu sein und in seinem eigenen Bett zu schlafen.
Mittlerweile hat auch die Saisonvorbereitung mit meinen Mädels angefangen. Trotz Urlaubszeit ist die Trainingsbeteiligung schon sehr gut und man spürt, dass alle sehr motiviert sind, das nach dem Aufstieg anstehende „Abenteuer Bezirksliga“ anzugehen. Da wir zudem ein paar Neuzugänge haben, wird der Konkurrenzkampf sich auch noch entfachen.
In der Zwischenzeit hat sich Agneska zur „Ebay-Kleinanzeigen-Expertin“ entwickelt. Je mehr ihr Bauch anwächst, desto mehr taucht sie in die Welt des „Baby-Produkt-Einkaufs“ ein. Wir waren uns beide einig, dass „Second Hand“ die beste Alternative für den Geldbeutel ist. So stehen mittlerweile schon eine Wickelkommode, ein Kinderwagen und ein Maxi-Cosy-Autositz bei uns im Keller.
Heute wollte ich auch mal wieder die Gelegenheit ergreifen und über allgemeine Dinge sprechen, die mich ebenfalls beschäftigen. In den letzten Wochen während meiner Ausquartierung war ich sehr viel von Behörden und Versicherungen, aber auch von ganz privaten Dienstleistern abhängig.
Im Endeffekt komme ich zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Deutschland eigentlich brachliegt. Nichts ist einfach, nichts geht mal auf die Schnelle und es fehlt jegliche Flexibilität. Die im Ausland oft gepriesene deutsche Organisation ist ein einziger Mythos.
Was an den Flughäfen abgeht, ist nicht normal. Es kann doch nicht sein, dass ich, obwohl ich einen Flug gebucht habe, nicht sicher sein kann, dass ich ihn auch erwische, weil die Sicherheitskontrolle mehrere Stunden dauert. Wir mussten uns in Köln/Bonn an einer Schlange außerhalb des Terminals anstellen. Wir kamen rechtzeitig durch, aber andere blieben auf der Strecke. Als ich aus Budapest nachmittags zurück nach Köln/Bonn kam, war die Schlange doppelt so lang und breit. Flughafenpersonal war damit beschäftigt, Wasser zu verteilen, weil die Menschen einfach nicht vorankamen.
Es fehlt ja nicht nur Personal in den Terminals, sondern auch in der Flugraumüberwachung. Dieses Personalproblem kommt ja nicht wie aus dem Nichts. Das war vorauszusehen. Wenn in meinem Hotel die 96 Zimmer belegt sind, sperre ich alle weiteren Reservierungen, um eine Überbuchung zu vermeiden. Warum wurde das nicht genauso bei den Airlines gehandhabt? Sie sollten doch wissen, wie viele Flüge man mit wieviel Personal abwickeln kann.
Andersherum, wenn es an einem Flughafen nur an Personal für die Sicherheitskontrolle mangelt, muss die Prozedur angepasst werden. Dann sollten vielleicht mal Omis mit Rollator oder Familien mit Kinderwagen und andere von vornherein unverdächtige Personen einfach mal durchgewunken und nur stichprobenartig kontrolliert werden. Klar geht dann einem vielleicht der eine oder andere durch die Lappen, aber wir befinden uns in der Urlaubszeit. Und nach Corona wünschen sich die Menschen doch nichts mehr, als wieder einmal zu reisen.
Die strengen Regelungen an den Flughäfen gibt es nun schon über 20 Jahren, seit dem Anschlag aufs World Trade Center am 11. September 2001. Seitdem stehen alle Flugzeugpassagiere unter einem Generalverdacht. 99,99% wollen aber nur von A nach B kommen. Und die restlichen 0,01%, die wirklich Schaden anrichten wollen, werden immer einen Weg finden, dies auch zu tun.
Aber wir haben uns mittlerweile schon so sehr an die verschiedensten Vorgehensweisen gewöhnt, dass sie keiner mehr hinterfragt. Wer öfter fliegt, hat in den letzten Jahren auch mitbekommen, dass es gerade bei den Low-Cost-Flügen eine abartige Abzocke gibt. Mittlerweile kostet es mehr, ein großes Gepäckstück aufzugeben, als der Flug selbst. Gleichzeitig werden die Maße fürs freie Handgepäck regelmäßig nach unten geschraubt. Alles völlig absurd. Aber wie gesagt, wir haben uns dran gewöhnt.
Bei unseren Lieferanten im Hotel ist es nicht anders. Der eine will die Lieferintervalle verringern, weil er nicht genügend Fahrer hat, der andere meldet sich erst gar nicht und wir stehen ohne notwendige Produkte da. Und so geht das immer weiter. Auf die gestiegenen Energiekosten will ich gar nicht erst eingehen.
Aber anscheinend gibt es für die Menschen noch viel wichtigere Dinge. Für mich ist die menschliche Haut eines der schönsten Organe. Aber offensichtlich hat es sich ein gehöriger Anteil der deutschen – ach was europäischen Bevölkerung – zum Ziel gesetzt, wie die Ureinwohner aus dem Amazonasgebiet herumzulaufen. Ich weiß, dass dies alles subjektiv ist und viele anderer Meinung sein werden als ich. Früher waren Tätowierungen noch was Privates, waren an geheimen Stellen, die vielleicht nur vom Partner gesehen werden sollten. Bei vielen versucht man heute vergeblich, eine noch unberührte Stelle am Körper zu finden. Oder sie ist geheim und soll nur vom Partner gesehen werden. Wer weiß…
Ich habe mich mal darüber informiert, was so ein kleines Standard-Tattoo kostet. So ab 80 Euro geht es los. Und wenn dann jemand komplett vollgekleistert ist, sodass man eigentlich schon gar nichts mehr erkennen kann, frage ich mich, ob man so eine Person vielleicht nach ihrem Ableben enthäutet und als Kunstwerk erwerben kann. Obwohl…, wer weiß, wie die Tattoos nach einem gewissen Alter aussehen werden.
Dann hauen sie sich noch irgendwelche Knochen durch die verschiedensten Körperstellen und höhlen ihre Ohrläppchen aus, was sie natürlich noch viel attraktiver macht. Früher gehörten die Punkfrisuren, die Ohrringe, das „Arschgeweih“, usw. zu der rebellischen Phase der jüngeren Generation, die sich von den Älteren abgrenzen wollten. Aber all das, was ich zuvor oben beschrieben habe, trifft ja auch vor allem auf Leute in meinem Alter zu. Ich frage mich, was deren Kinder im Teenageralter machen werden, um sich von der Menge abzuheben. Welche Alternativen gibt es da noch? Schön fände ich es ja, wenn man als junger Rebell gelten würde, sobald man seinen Körper nicht verunstaltet.
Zum Schluss muss ich noch auf das Gendern eingehen, was mir ziemlich auf die Nerven geht. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass der Respekt gegenüber allen Menschen welcher Orientierung auch immer gelebt werden muss. Mir ist es egal, welche sexuelle Orientierung du hast. Ich behandele alle menschlichen Wesen genauso wie ich auch behandelt werden möchte. Dass es bei der Gleichstellung der Frau im Berufsleben noch viel nachzuholen gibt, ist klar (Stichwort: gleiches Geld für gleiche Arbeit, Frauen in Führungspositionen, etc.). Aber ich glaube nicht, dass es irgendwelche positiven Auswirkungen haben wird, wenn wir uns in unserer Sprache derartig unnatürlich verbiegen. Das hilft keinem. Und soweit ich das in meinem Umfeld mitbekomme, finden es selbst die Personen nicht gut, für die die rhetorischen Verrenkungen angeblich so notwendig sind.
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