Es ist schon wieder ein gutes halbes Jahr nach meinem letzten Eintrag vergangen. Wie Ihr ja mittlerweile wisst, kann ich mich grundsätzlich nicht über Langeweile beklagen. Ich sitze nun hier in meiner Küche und finde nun endlich Zeit, die letzten, sehr ereignisreichen Monate Revue passieren zu lassen.
Im August läutete ich selbst sehr spontan eine berufliche Veränderung innerhalb unseres Unternehmens ein. Arno und Ralf, die beiden Eigentümer von Schumacher und Rombach, fragten uns Hoteldirektoren, ob wir jemanden kennen würden, der den sich in die Rente verabschiedenden Finanzbuchhalter ersetzen könnte.
Nachdem ich erfuhr, welche Aufgaben grundsätzlich zu erledigen sind, stellte ich fest, dass diese weitestgehend mit denen übereinstimmten, die ich damals in der Schweiz auch als Hoteldirektor erledigen musste. So teilte ich den beiden mit, dass ich das gerne übernehmen und gleichzeitig weiter das Hotel Gleuel-Inn in Hürth führen würde.
Somit habe ich mich dann ab Dezember letzten Jahres von dem scheidenden Mitarbeiter einarbeiten lassen und seit Neujahr die Buchhaltung für die insgesamt vier Unternehmen, die Schumacher und Rombach betreiben, übernommen. Natürlich betrat ich trotz alledem in vielen Bereichen Neuland, zumal die drei Hotels nur eine Sparte darstellen. Außerdem verwalten Arno und Ralf noch Mietwohnungen, Lagerhallen, Lagerboxen und Photovoltaik-Anlagen. Es ist also alles sehr komplex, aber es macht mir auch viel Spaß, sich in diese für mich unbekannte Themen einzuarbeiten.
Bevor diese Veränderung auf den Plan trat, wollten wir eigentlich im Dezember Urlaub machen, aber dieser musste verständlicherweise aus den obengenannten Gründen entfallen. Da ich aber wusste, dass ich im Februar 2026 auf jeden Fall frei haben musste, fiel die Wartezeit nicht allzu lang aus.
Agneska’s Tätigkeit als Reiseveranstalterin für ungarische Gruppen nimmt immer weiter Fahrt auf. Mittlerweile ist die Nachfrage so gestiegen, dass sie sich ein kleines Netzwerk von Reiseleitern geschaffen hat, die es ihr ermöglichen, unterschiedliche Reisen zum mehr oder weniger selben Zeitpunkt anzubieten. So war sie selbst für rund zwei Wochen mit einer Gruppe im Irak unterwegs, während eine andere Reiseleiterin mit anderen Gästen in Saudi-Arabien weilte.
Während Agneska’s Abwesenheit habe ich nun also Urlaub genommen, um mich um unseren Sohnemann Kris zu kümmern. Unter der Woche ging er weiterhin zur Kita, was mir die Gelegenheit gab, liegengebliebenen Schriftkram zu erledigen. Außerdem nutzte ich die Gelegenheit, mit ihm in den Kölner Zoo zu gehen oder auf unserem Sportplatz ausgiebig Fußball zu spielen.
Der Höhepunkt allerdings war unser Kurztrip in meine „alte Heimat“ Les Mosses in der französischen Schweiz. An Weiberfastnacht gab es morgens in der Kita noch eine Karnevalsfeier für die Kinder. Kris hatte sich ein „Minion-Kostüm“ ausgesucht und war hellauf begeistert. Da an diesem Tag die Kinder aber schon um 12h00 abgeholt werden mussten, hatte ich kurzerhand ein Hotelzimmer in Freiburg gemietet. Ich hatte uns bei Philippe in Les Mosses von Freitag bis Rosenmontag angemeldet. Naja, und um zu vermeiden, dass wir Hin und Zurück jeweils rund 700 Kilometer am Stück fahren mussten, organisierte ich den Zwischenstopp im Breisgau.
Wir kamen gegen 17 Uhr in Freiburg an und gerieten bei einem Spaziergang in der Nähe des Hotels in eine Karnevalszeremonie, die ich so auch nicht kannte. Und zwar wurde vom hiesigen Karnevalsverein ein Narrenbaum aufgestellt, der ein bisschen unserem Maibaum ähnelt und von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch in der Dorfmitte steht. Dazu spielte eine Kapelle bekannte Stücke und die Bewohner amüsierten sich bei ein paar Heißgetränken.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück die restlichen 270 km nach Les Mosses. Philippe nahm uns herzlich in Empfang und Kris und ich nutzten gleich das schöne Wetter, um die Schlittenpiste auszutesten. Am späten Nachmittag schaute dann auch schon Dani vorbei, die damals zu Beginn als meine Assistentin fungierte. Sie ist mittlerweile seit 15 Jahren in der Schweiz, verheiratet und hat zwei Kinder im Teenageralter. Kris vereinnahmte Dani als seine Spielkameradin. Wir trafen uns in Philippe’s Apartment, wo es nur so von Spielzeugautos- , – zügen und -flugzeugen wimmelte. Kris wusste gar nicht, womit er sich zuerst beschäftigen sollte.
So verbrachten wir auch die Tage zwischen der Schlittenpiste und dem „Spielzeugparadies“. Unterdessen traf ich immer wieder alte Weggefährten. Mélodie, Alicja und Marcin arbeiten noch immer für Philippe. Am Sonntagabend organisierten wir uns ein gemeinsames Essen im Restaurant des Relais Alpin, zudem dann auch noch unsere ehemalige Kellnerin Justyna mit ihrem Freund David stießen.
In der Nacht von Sonntag auf Montag (unserem Abreisetag) fegte ein heftiger Schneesturm über Les Mosses. Ich musste mein Auto freischaufeln und benötigte zudem Hilfe, um überhaupt aus der Parklücke auf die Straße zu kommen. Im Schritttempo fuhr ich den halben Berg hinab, ehe ab rund 700 Höhenmetern der Schnee in Regen überging und die Straße nicht mehr zu glitschig war.
Wir kamen am frühen Montagabend wieder zu Hause in Meckenheim an. Kris wurde verständlicherweise schnell müde und ging am Dienstag wieder in die Kita, wo noch einmal die letzten Karnevalsaktivitäten auf dem Programm standen. Am Donnerstag holten wir dann Agneska vom Flughafen ab, die nach einer sehr strapaziösen Reise mit Kris zusammen wie ein Stein schon sehr früh am Abend einschlief.
Ab kommenden Montag wird mich dann auch wieder der Alltag zurückhaben. Neben der Arbeit habe ich als Jugendleiter unseres Fußballvereins auch noch einige Punkte auf der Platte, die ich abzuarbeiten habe. Die Planungen für die kommende Saison sind im vollen Gange. Außerdem organisieren wir wieder Fußballcamps, ein Pfingstturnier und die 80-Jahr-Feier des Vereins. Wie schon oben erwähnt…Langeweile gibt es bei uns nicht, und das ist auch gut so.
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