bunt: Und dies in jeglicher Hinsicht. Die Häuser sind mal gelb, blau, rot oder grün angestrichen und stehen direkt nebeneinander. Aber auch die Menschen ziehen sich gerne farbenfroh an. Durch die vielen Einflüsse aus Europa und Afrika sind die Kolumbianer auch rassentechnisch sehr vielseitig. Von blass über schokofarben zu pechschwarz ist alles dabei.

religiös I.: fast alle Kolumbianer sind katholisch und dies spürt man auch. Überall gibt es irgendwelche Bilder von Heiligen oder Schutzpatronen. Besonders ausgiebig geschmückt sind die Busse, mit denen wir unterwegs waren. Manchmal fragte ich mich, ob der Busfahrer überhaupt noch was sieht vor lauter vor ihm hinbaumelnden Abbildungen und Kreuzen.

religiös II.: Der Glaube wird direkt auf der Straße verbreitet. Besonders beeindruckend war für mich ein junger Prediger, der, mit einem Mikrofon und einem Lautsprecher bewaffnet, direkt vor einer Metzgerei in einer belebten Marktstraße aus der Bibel zitierte.

laut: Apropos Mikrofon auf der Straße. Die Kolumbianer lieben es, ihre Produkte vor ihren Geschäften anzubieten. Bei vier oder fünf Geschäften direkt nebeneinander entsteht da ein ohrenbetäubender Lärm. Außerdem wird immer und überall Musik gespielt. Sei es auf den Straßen, in Bussen oder Taxis, oder im kleinsten Imbiss. Manchmal ersetzt das Fernsehprogramm die Musik. Jenes wird aber auch akustisch so hochgeschraubt, dass ein normales Gespräch am Tisch eigentlich gar nicht möglich ist.

Streetfood: Gerade in Cartagena wird die Streetfood-Kultur besonders gepflegt. Dabei ist die Qualität der Waren bemerkenswert. Vor allem zog es uns immer wieder zu den Cevicherias hin. Hier werden Shrimps, Calamari und andere Meeresfrüchte zu Cocktails mit uns völlig unbekannten Saucen verarbeitet. Dazu noch ein frisch gepresster Mangosaft und schon war das Abendessen bereit.

im Wandel: Die 80er und 90er Jahre, in denen Pablo Escobar und die anderen Drogenkartelle das Land unsicher machten, haben Kolumbien sehr geprägt. Tausende von Kolumbianern verloren ihr Leben und suchten in den Städten Schutz, den diese aber aufgrund etlicher Attentate auf Regierungsinstitutionen nicht gewährleisten konnten. Und auch heute ist die Gesellschaft noch gespalten. Die eine Seite verteufelt Escobar, die anderen vergöttern ihn, weil er gegen das Establishment kämpfte und durch viele Initiativen die sozial Schwachen unterstützte. Was man aber überall merkt, ist, dass die Mehrheit am liebsten die Geschichte hinter sich lassen würde.

Die Menschen sehnen sich nach Stabilität und kommen peu à peu ihrem Ziel näher. Auch die Außendarstellung in den Medien soll sich verändern. Denn viele glauben, dass man Kolumbien als Tourist nicht bereisen sollte. Ja, es ist richtig, dass das Land noch immer der größte Kokain-Exporteur der Welt ist, und das viele kleine Kartelle sich den Kuchen teilen und sich deswegen auch bekämpfen. Aber dies findet nun abseits der Städte ohne Bedrohung der Regierung statt. Es gibt also Orte, wo man nicht hin sollte. Der Rest des eh riesigen Landes ist aber problemlos zu erkundschaften.

gut vernetzt: Und auch das in jeder Hinsicht. Fast überall hat man Zugriff auf freies WLAN. Sei es an öffentlichen Orten, in Hotels, Restaurants oder Bussen. Apropos Busse: Die Kolumbianer haben ein sehr eng gestricktes Verkehrsnetz, sodass man problemlos von Nord nach Süd oder West nach Ost kommt. Außer bei den Überland- und Nachtbussen gibt es so gut wie keine Fahrpläne, da man sie auch einfach nicht braucht. Kaum ist man irgendwo angekommen, geht es nur wenig später gleich in jede Richtung weiter.

selbstbewusst: Die Männer und Frauen Kolumbiens sind sehr freundlich, hilfsbereit, stolz und selbstbewusst. Gerade die Frauen haben oft sehr markante und hübsche Gesichter und ziehen sich gerne figurbetont an. Dabei ist es dann manchmal auch völlig egal, dass die Figur nicht immer ganz in die Kleidung passt :-).