Ich bin wirklich eine untreue Seele! Fast vier Monate sind seit meinem letzten Eintrag vergangen, den ich mir gerade noch einmal durchgelesen habe. Diesen hatte ich mit dem Wunsch beendet, aus der Kurzarbeit herauszukommen und wieder voll arbeiten zu dürfen. Es gibt diese englische Redewendung: „Be careful what you wish for“ – „Sei vorsichtig, was Du dir wünscht“.

Denn kaum hatte ich meinen Blog Mitte Juli aktualisiert, ging es bei uns im Hotel ab wie bei der Feuerwehr. Die Reservierungen strömten nur so rein, und mir wurde ziemlich schnell 100% Tätigkeit verordnet. Ich will gar nicht so sehr in die Details gehen, aber es ging ziemlich drunter und drüber. Wie schon mehrfach in den Medien berichtet wurde, hat Corona gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe hässliche Spuren in Form von Personalmangel hinterlassen. Schon seit Anfang des Jahres fehlen mir Leute an der Rezeption, sodass ich immer wieder selbst Schichten am Empfang übernehmen muss. Hinzu kommen zudem strukturelle Veränderungen im Hotel, die auch meine ganze Aufmerksamkeit verlangen. Kurzum, seit Juli stehe ich ständig unter Strom. Aufgrund der prekären personaltechnischen Situation sowie der Menge an Arbeit, die ich zu bewältigen habe, werden die 10 Tage Urlaub, die ich im Juli genommen habe, auch die einzigen in diesem Jahr sein.

Somit blieb in den vergangenen Monaten nicht viel Zeit für andere Sachen. Meistens dreht sich alles um die Arbeit und um meine Fußball-Damenmannschaft des Rot-Weiß Merl. Mit der läuft es allerdings viel besser als erwartet. Meine Mannschaft besteht vornehmlich aus den „jungen Dingern“, die ich in der letzten Saison noch als A-Jugendliche trainierte. Wir spielen in der Kreisliga und haben bislang neun Siege und ein Unentschieden eingefahren. Am kommenden Sonntag steigt das Spitzenspiel beim SC Widdig, der all seine Spiele ausnahmslos gewonnen hat. Das wird mit Sicherheit ein harter Brocken.

Am vergangenen Samstag haben meine Schwester Yvonne und ich seit ewigen Zeiten mal wieder einen Tag im Centro in Oberhausen verbracht. Es ist bestimmt schon einige Jahre her, dass ich mal wieder richtig shoppen war. Und ich habe auch ganz gut zugeschlagen: zwei neue Paar Schuhe, zwei Pullover, einen Schlafanzug, zwei Hemden für die Arbeit, und und und… Traditionsgemäß rundeten wir unseren Bruder-Schwester-Tag im Louisiana mit einem Burger und Brownie ab.

Bei Agneska hat sich zuletzt auch etwas getan. Mitte September lief ihr Vertrag in der Verwaltung des Phantasialands aus. Seitdem konzentriert sie sich auf den Ausbau ihres Travel-Blogs und dem damit verbundenen Netzwerk. Sie schreibt zudem Gastbeiträge auf anderen Plattformen und wurde auch wieder zu einem Podcast des renommierten Bloggers Chris Christensen aus Kalifornien eingeladen. Wer meine Frau kennt, weiß, dass das Reisen für Sie nicht nur eine Leidenschaft, sondern ihr Lebenselixier ist. So flog sie im Oktober für rund zwei Wochen alleine in den Libanon und schrieb einen interessanten Bericht über die aktuelle Lage dort. Wahrscheinlich erinnert ihr euch noch an die Explosion im Hafengebiet von Beirut, über die tagelang berichtet wurde. Seitdem geht es den Leuten wirklich nicht gut. Die lokale Währung ist so gut wie nichts mehr wert, die Stromzufuhr wird mehrmals am Tag unterbrochen, und die Menschen haben ihr Hab und Gut einfach verloren. Und die Regierung hilft in keiner Weise. Die Menschen unterstützen sich gegenseitig, um nur halbwegs über die Runden zu kommen. Wer mehr über dieses Thema oder über andere Länder wissen will, sollte wirklich mal einen Blick auf ihre Webseite http://www.voiceofguides.com werfen.

Nächste Woche reist Agneska mit einer ungarischen Gruppe als Reiseleiterin in den Oman. Da wird sie sicherlich auch wieder mit interessanten Eindrücken zurückkommen. Das Einzige, was jetzt wieder dazwischen kommen kann, ist die sich täglich verschlechternde Coronalage. Vorhin habe ich im Radio gehört, dass die Holländer wohl wieder in einen Lockdown gehen werden. Ganz ehrlich, meiner Meinung nach reicht es jetzt. Wir haben nun schon seit fast zwei Jahren die Regeln befolgt. Wir blieben zu Hause, hielten Abstand und ließen uns impfen. Wenn ich jetzt zum Boostern aufgefordert werde… so sei es. Aber bitte schickt nicht wieder eine ganze Bevölkerung in den Lockdown. Vor allem wenn sich unsere Regierung noch nicht einmal dazu durchringen kann, eine Impflicht für Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal zu implementieren. Die Zeiten, bei der im Fußball die ganze Mannschaft im Training zehn Liegestütze machen muss, weil einer ein Eigentor geschossen hat, sind vorbei.

Ich glaube auch nicht, dass es eine Impflicht für alle geben sollte. Schließlich sollte jeder selbst darüber entscheiden können. Aber nicht die Menschen, die in ständigen Kontakt mit dem Virus sind. Wenn du als Erzieherin oder Betreuerin von Kindern arbeitest, musst du auch gegen Röteln geimpft sein. Sonst hast du keine Chance auf den Job. Aber bevor ich mich wieder in Rage rede, wünsche ich Euch eine schöne Adventszeit. Und ich gelobe Besserung und werde mich wieder häufiger melden.