Der Sommer neigt sich so langsam dem Ende zu und war wieder mal sehr ereignisreich. Seit fünf Tagen bin ich zurück aus dem Ungarnurlaub bei meiner Schwiegerfamilie und Strohwitwer, zumal Agneska und Kris noch ein paar Tage länger in Szekesfehervar verweilen.
Doch bevor es in den wohlverdienten Urlaub ging, war gerade bei meinem Fußballverein in den letzten Monaten richtig viel los.Da war zunächst das Pfingstturnier für die F- und E-Junioren, dass Ende Mai bei extrem heißen Temperaturen stattfand. Zum Glück hatten wir genug Eis eingekauft und große Wasserbottiche aufgestellt, die die Kinder gerne zur Abkühlung nutzten.
Anfang Juli feierte der SV Rot-Weiß Merl dann an einem Wochenende sein 80-jähriges Jubiläum. Am Samstagabend luden wir die Gäste zu einer Feier in der Jungholzhalle in Meckenheim ein. Nachdem der Bürgermeister und andere Ehrengäste ihre Reden geschwungen hatten, brachten die beiden Live-Bands „Knallblech“ und „Fiasko“ die Stimmung zum Kochen.
Siedend heiß war es auch am nächsten Tag beim Familientag auf dem Sportplatz. Bei mehr als 35 Grad probierten sich Erwachsene und Kinder auf dem 9-Loch-Fußball-Golf-Parcours. Außerdem tobten sich die Kleinen beim Fußball-Darts und auf einer Hüpfburg richtig aus.
Nur zwei Wochen später stand mit der „Merler Sportwoche“ das nächste Event an. Vom 26. Juli bis 02.08.26 spielten höherklassige Vereine jeden Abend einige Vorbereitungsspiele auf unserer Anlage und weckten natürlich das Interesse des heimischen Publikums.
Der Höhepunkt der Sportwoche war allerdings das am Samstag stattfindende „Gerümpel-Turnier“. Hier nehmen Hobbymannschaften teil, die aus Vereinsmitgliedern, Sponsoren oder auch fußballfremden Vereinen bestehenden. Hier steht natürlich eher der Spaß und die Geselligkeit im Vordergrund. Neben dem Siegerpokal gab es noch den „Meter-Pokal“. Diesen gewann das Team, das die meisten „Meter Bier“ konsumierte. Ein Meter Bier besteht passenderweise aus 11 gefüllten Kölsch-Gläsern.
Agneska und Kris halfen an dem Tag kräftig mit. Agneska stand am Zapfhahn und Kris saß nicht nur am Verkaufsfenster und verkaufte Snacks und Limos, sondern hatte nach der Veranstaltung einen riesigen Spaß daran, mit der Sackkarre leere Kisten hin und her zu fahren.
Zwischen all diesen Events war Agneska noch auf einer Inspektionsreise in Afghanistan, so dass Oma Klara wieder einmal aus Ungarn kam, um mir im Alltag mit Kris zu helfen.
In der Nacht vom 7. auf den 8. August machten Agneska, Kris und ich uns mit dem Auto auf den Weg nach Ungarn. Auch wenn es rund 12 Stunden Fahrt waren, machte Kris das super mit. Da der von mir so geliebte Agard-See aufgrund der andauernden Hitze nicht mehr genug Wasser hatte, suchten wir das in Agard ansässige Thermal-Freibad auf, wo Kris auch sehr viel Spaß hatte. Auf der Anlage befand sich neben den unterschiedlichen Becken für Kinder auch noch ein riesiger Spielplatz mit ganz vielen Lastwagen, Traktoren usw.
Als wir das zweite Mail dorthin gingen, blieben Kris und ich nur rund 20 Minuten im Wasser. Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Spielplatz.
An einem Abend ließen Agneska und ich den Kleinen bei Oma Klara, und wir beide gönnten uns eine kinderfreie Nacht in Budapest, wo ich kurzerhand ein Hotelzimmer mieten konnte.
Zunächst gingen wir beim Vietnamesen essen, ehe wir zur „Kiraly utca“, der Partymeile in Budapest, schlenderten. Wir sind schon seit einigen Jahren nicht mehr dort gewesen, und mussten feststellen, dass die Straße zwar wesentlich mehr Pubs und Restaurants hat als vorher, aber die Besucherzahl doch stark zurückgegangen ist. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Preise für ungarische Verhältnisse extrem angestiegen sind und sich kaum noch von unseren Tarifen unterscheiden.
Am für mich letzten Wochenende in Ungarn stand aber das Hauptereignis auf dem Programm. Schon am Freitag fuhren wir zu Paula und Janos (Agneska’s Tante und Onkel) nach Gyönk, wo am Sonntag auch die Taufe von Kris stattfinden sollte.
Agneska’s Bruder Gabor, der sich während der ganzen Zeit wie immer sehr liebevoll um Kris kümmerte und Zita wurden ebenso wie wir im Gästehaus einquartiert. Am Freitagabend machten wir einen kleinen Ausflug auf einen Hügel in einem Nachbarort, von wo aus wir einen herrlichen Sternenhimmel hatten und auf einen Sternschnuppen-Regen hofften, der allerdings eher einem kleinen „Schäuerchen“ glich.
Das war aber nicht schlimm. Kris genoss die abendliche Atmosphäre, während wir mit dem jungen Janos (Agneska’s Cousin) ein paar neue Weine kosteten.
Am Samstag trafen wir uns dann mit dem sehr netten Pastor zur Vorbesprechung, sodass Kris dann schon einmal wusste, was tags darauf auf ihn zukommen würde.
Und wir waren erstaunt, wie cool der Sohnemann alles über sich ergehen ließ und mitmachte. Wie schon bei meiner Hochzeit vor rund 9 Jahren verstand ich selbst natürlich nichts von der Predigt. Aber das war egal, berührend war die Zeremonie trotzdem. Am Sonntagnachmittag fuhren wir mit Zita im Schlepptau für zwei Tage zum Puchner Castle Hotel, das sich ungefähr 30 Minuten von Gyönk befindet. Dabei handelt es sich um ein Familien-Resort mit mehreren Schwimmbädern, Restaurants, Spielplätzen und einem großen Pferdehof. Kris war so mutig und ritt auf einem großen Pferd.
Wie gesagt, bin ich nun schon seit einigen Tagen Strohwitwer und hatte heute meinen ersten Arbeitstag. Natürlich gibt es dann immer einiges abzuarbeiten, aber das war alles machbar. Das letzte Wochenende habe ich auch dazu genutzt, liegengebliebenen Papierkram zu erledigen, einige Sachen zu reparieren oder auszutauschen, usw.
Ja, und ab Donnerstag ist die Familie dann auch wieder komplett. Dann wird uns der Alltag schnell wieder einholen, wobei wir bis zum Ende des Jahres noch einiges auf der Platte haben. Aber davon erzähle ich dann beim nächsten Mal.
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